Bonsaischule Enger

Die Bonsaischale

Das japanische Wort "Bonsai" (盆栽), ursprünglich "Penjing" (aus dem Chinesischen), setzt sich zusammen aus "Bon" (Schale) oder Tablett und "Sai" (Baum) oder Pflanze. Schon die einfache Wortübersetzung zeigt, dass die Schale sehr wichtig ist und nicht nur eine Nebenrolle spielt. Über die Geschichte der Schale an sich ist leider wenig bekannt. So lange es Bonsai in Asien gibt, sind natürlich auch passende Gefäße in Gebrauch. Angefangen hat es mit tiefen und eher unästhetischen Schalen, die erst einmal nur als Behältnis für Erde und Wurzelwerk dienten. Doch sowie sich die Ideologie und der Ausdruck der Bäume veränderte, so spielte auch die Schale eine immer wichtigere Rolle. Nun ist sie ebenso wichtig und aussagekräftig wie der Baum selbst. Der schönste Bonsai in perfekt gestalteter Form verliert doch an Schönheit, wenn er in der falschen Schale steht.

Es gibt viele verschiedene Schalenarten, die in ihren Formen für unterschiedliche Pflanzen genutzt werden. Wichtig ist, dass Abzugslöcher für das Wasser vorhanden sind. Diese bieten auch eine gute Möglichkeit um die Bäume mit der Schale fest zu verbinden, meist geschieht dies mit Draht. So kann der Baum in Ruhe anwachsen, wackelt nicht in der Schale oder fällt heraus. Um zu verhindern, dass die Erde herausfällt oder -wäscht, werden Abdecknetze aus Kunststoff über die Löcher gelegt. Man sollte auch darauf achten, dass die Schalen für Outdoorbonsai frostfest sind. Die von uns angebotenen Schalen sind alle freilandgeeignet. Durch Haarrisse kann es natürlich immer zu Frostsprengungen kommen, auch bei der besten Glasur.

Tipp vom Schalenexperten Peter Krebs zur Frostfestigkeit:

Man hängt die Schale am Daumen oder Zeigefinger auf, (diesen kleinen Test kann man auch vor Ort bei dem Händler oder Töpfer machen). Je höher jetzt der Klang beim Anschlagen mit dem Knöchel der anderen Hand, umso frostfester ist die Schale. Der Klang muss rein sein und lange nachschwingen. Ist eine Schale nicht frostfest, gibt es einen dumpfen Klang und er schwingt nicht nach. Ganz geübte Schalenfreaks können die Frostfestigkeit auch mit der Zunge spüren. Nicht frostfest ist ungefähr so als würde man mit der Zunge ein Löschblatt berühren. Frostfest ist, als würde man eine Glasscheibe berühren. Und zu guter Letzt der "Spucke Test", und der geht so: etwas Spucke auf die Fingerkuppe und damit die Schale benetzen, (bei glasierten Schalen innen testen). Zieht die Feuchtigkeit schnell ein, ist die Schale nicht frostfest, bleibt die Feuchtigkeit lange stehen, ist sie frostfest.

Die "normale" Bonsaischale ist immer flach im Vergleich zu anderen Pflanzgefäßen, wie zum Beispiel Blumentöpfen. Die meist genutzten Schalen sind eckig oder oval, wobei es die verschiedensten Variationen gibt: mit nach innen oder außen gewölbtem Rand, mit Füßchen, mit Verzierungen, gewellt oder eingebuchtet. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Für Kaskaden, also wasserfallartig nach unten wachsende Bonsai, gibt es dann spezielle tiefe Schalen. Dies hat einmal einen ganz praktischen Grund. Das Gewicht der tiefen Schale und der Erde wirkt als Gegengewicht. Andererseits sind die Schalen aus ästhetischen Gründen hoch und schmal, die Stellfläche ist relativ klein. Daher sollte man schon einen sicheren Standort wählen.

Für die Beistellpflanzen, die zur Präsentation von Bonsai zum Beispiel auf Ausstellungen sehr wichtig sind, verwendet man kleine kunstvoll und oftmals etwas verspielter gestaltete Keramiken. Hier findet man oft unregelmäßige Formen, da die Schalen beim Töpfern auch gern nur mit den Händen geformt werden. Dies verleiht den Beistellschalen ihren eigenen Ausdruck.

Die Baumgruppen, Wälder und Landschaften wirken am besten in besonders flachen Schalen. Dadurch kommen die Proportionen noch besser zum Ausdruck. Man kann hier auch ganz flache Platten verwenden, diese benötigen nicht einmal Abflusslöcher. Natursteinplatten bieten sich an, doch muss man eher zufällig eine geeignete Form im Gartenhandel finden, denn die Platten sind ja eher als Trittplatten gedacht. Bei getöpferten Platten hat man mehr Spielraum und kann Ausbuchtungen oder leichte Anhöhen erzeugen.

Egal für welche Schale Sie sich entscheiden, sicher ist, dass wir darauf achten sie 100%ig zu verpacken. Nach jahrelanger Erfahrung und Austesten verschiedenster Verpackungsmaterialien kommt Ihre Schale bestimmt sicher bei Ihnen an. Es kann natürlich durch falschen Umgang mit der Fracht beim Transport immer mal etwas zu Bruch gehen, dann melden Sie sich auf jeden Fall bei uns.